Wieso
kannst du nicht vertrauen?

Wieso
kannst du nicht vertrauen?
Sein
Leben ist ein Roman. Moderne
Liebegeschichte der Gegenwart von Barbara Herrmann
Taschenbuch
Exposé
Regina
ist eine junge hübsche Frau, sie ist die Tochter des reichen
Fabrikanten Rosenfeld, deren Geschichte in der legendären Kurstadt
Baden - Baden spielt. Mit
einer gewissen Sturheit überzeugt sie ihre Eltern, sowohl beruflich als
auch finanziell ihren eigenen Weg gehen zu wollen. Nach anfänglicher
Leichtigkeit beginnen langsam die Höhen und Tiefen des Lebens.
Plötzlich
lief alles nicht mehr nach ihren Vorstellungen. Die Beziehung zu ihrem
Freund Jochen gestaltet sich zunehmend schwierig. Er arbeitet vom
Ehrgeiz angetrieben an seiner Karriere, will unbedingt der Familie
Rosenfeld auf gleicher Augenhöhe begegnen und vernachlässigt dabei die
Beziehung. Die tägliche Arbeit mit einem Ekel von Chef, der seine
Mitarbeiter moppt, macht Regina inzwischen auch keinen Spaß
mehr und die Abendschule verlangt ihr obendrein alles ab.
Als
sie ihrem leichtlebigen Bruder Carsten nach einem Verkehrsunfall
beistehen muss, nimmt sie einen Tag Urlaub und wird danach fristlos
entlassen. Während
einer Party in der Villa ihrer Eltern lernte sie vor einiger Zeit
zufällig Viktor Tillmann kennen. Sie hatte ihn zuvor noch nie gesehen
und verlor ihn auch gleich wieder aus den Augen.
Dieser
hat nach einer leidvollen Kindheit in Armut und einem Leben im
Waisenhaus eine große Karriere als Schriftsteller gemacht. Großes
Misstrauen gegenüber Frauen, die nach seinem Gefühl seine
Öffentlichkeit und sein Geld lieben, begleiten und behindern ihn. Er
führt deshalb eine lose Beziehung mit der Witwe Ruth von Amseln, aber
auch sie will ohne sein Wissen über ihn und seine Berühmtheit an
Filmrollen gelangen. So versucht sie ihn auf einem Sommerball vor
laufenden Kameras zur Ehe zu zwingen, was aber gründlich misslang.
Regina
schafft
ihre Abschlussprüfung als Sekretärin und schreibt mehrere Bewerbungen.
Sie bekommt aber lediglich eine Antwort und dieser
Vorstellungstermin wird äußerst unangenehm, denn der Herr
unterbreitet ihr ein anzügliches, unseriöses Angebot, was sie empört
ablehnt. Notgedrungen bewirbt sie sich auf ein
Stellenangebot als Privatsekretärin.
Ahnungslos und überrascht begegnet sie auf diesem Weg dem Mann, der ihr
kurz im Hause der Eltern begegnete, den sie bisher aber nicht wirklich
vergessen konnte. Als er bei einem Abendessen erfuhr, dass Regina seit
Langem in ihrer Freizeit an einem Roman arbeitet, verdächtigt er auch
sie, seine Berühmtheit ausnutzen zu wollen und hätte deshalb beinahe
das Arbeitsverhältnis gelöst.
Nach
einem unangenehmen Auftritt von Ruth löst sich Viktor von ihr, was
diese aber nicht davon abhielt, ihn mit einer Schwangerschaft zu
erpressen und über die Presse eine schmutzige Kampagne in Gang zu
setzen.
Ob
sich die Verwirrungen aufklären und ob die beiden eine Chance haben?
Leseprobe:
Es war ein traumhafter
Frühlingsmorgen, die Sonne strahlte vom Himmel, unzählige Vögel sangen
fröhlich ihre Lieder und in den liebevoll gepflegten Vorgärten blühten
die Frühlingsblumen in all ihrer Pracht. Regina war in Eile, sie
achtete heute nicht auf die Natur, die sich von ihrer schönsten Seite
zeigte. Sie fuhr mit ihrem Auto auf einen freien Parkplatz, lief
eiligen Schrittes in das Bürohaus, warf nebenbei noch schnell einen
Blick zur Uhr und stellte fest, dass sie nur noch wenige Minuten Zeit
hatte. Sie hasste es eigentlich so spät zu sein und schon am frühen
Morgen in Stress zu verfallen, aber heute hatte sie schlicht und
einfach die Zeit vertrödelt. Sie würde es gerade eben noch schaffen
pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen, was sie aufatmen lies. „Guten
Morgen Regina!“, rief Elke freundlich ihrer Kollegin zu, als diese kurz
vor Arbeitsbeginn das Büro betrat.
„Hallo
Elke", antwortete sie noch völlig außer Atem. Regina hetzte zu ihrem
Schreibtisch, startete ihren Computer und legte ihren Kopfhörer bereit.
Dann lief sie zu ihrem Schrank, zog sich beim Laufen ihre leichte Jacke
aus, hängte sie auf den Bügel, stellte ihre Handtasche ins Fach und
verschloss den Schrank sorgfältig. Schnell strich sie sich durchs Haar
und setzte sich an ihren Schreibtisch. „Na, … wie ist die
Befindlichkeit unseres Chefs am heutigen Morgen?“ fragte sie Elke noch
ganz außer Atem.
„Oh
je, … vor wenigen Minuten lief er ohne Gruß an mir vorbei. Ich glaube,
… seine Stimmung ist noch ehe die Arbeit beginnt schlecht und es wird
erneut ein schwieriger Tag,“ antwortete Elke, verdrehte die Augen und
sprach weiter. „Der Mann ist einfach fürchterlich. Wie, … kann ein
Mensch am frühen Morgen so schlecht gelaunt sein, frage ich mich?“
Die
beiden Frauen arbeiteten in einem Callcenter. Ihr Arbeitsplatz befand
sich in einem Großraumbüro im fünften Stock, das über vierzig
Mitarbeiter beherbergte. Die Fenster waren sehr groß, was den Raum sehr
hell und freundlich erscheinen ließ und zur Auflockerung hatte die
Geschäftsleitung Grünpflanzen aufstellen lassen. Ihre Schreibtische
standen nur durch eine kleine Trennwand geteilt nebeneinander, sodass
sie sich ab und zu unterhalten konnten, sofern sie nicht gerade unter
Beobachtung standen.
„Frau
Rosenfeld, bitte zum Chef,“ tönte die Stimme der Chefsekretärin fast
monoton aus der Sprechanlage.
„Mmm,
… was ist denn nun schon wieder? Das darf doch nicht wahr sein, ich bin
kaum fünf Minuten hier und muss schon antanzen.“ Regina entwich ein
Stöhnen, sie stand auf und machte sich mit einem unguten Gefühl auf den
Weg, denn meistens bedeutete es nichts Gutes. Sie klopfte an und trat
in das Allerheiligste. „Guten Morgen Herr Tillner,“ sagte sie wachsam
mit angespanntem Gesichtsausdruck.
So,
wie er da saß und hinter seinem Schreibtisch thronte, wirkte er, wie
eine Schlange im Terrarium. Er war ein überdurchschnittlich langer,
magerer Mensch, der den Eindruck hinterließ, dass seine Knochenspitzen
durch das Hemd schimmerten. Seine Haare trug er aalglatt gescheitelt
und mit Pomade zum Halten gebracht. Seine Frisur erinnerte stark an die
goldenen Zwanziger, denen er abhanden gekommen zu sein schien. Die
Augen flackerten giftgrün und blickten eiskalt, seine Mimik war starr
und zu keinerlei menschlicher Regung fähig. Er trug generell einen
grauen Anzug und ein weißes Hemd, seine Krawatten hatte er
wahrscheinlich von seinem Vater übernommen, sie zeigten keinerlei
Schick.
Wenn
das alles nicht so ernst wäre könnte man denken, man sei im
Wachsfigurenkabinett, dachte Regina erheitert.
Er
antworte erst gar nicht auf ihren Gruß, sondern legte sofort los: „Frau
Rosenfeld, wir hatten gestern erneut beim Mithören feststellen müssen,
dass Ihr Umgang mit den Kunden nicht dem Niveau unseres Hauses
entsprach, ja gerade zu beleidigend wirkte. Außerdem haben Sie im
Vergleich zu anderen Mitarbeiterinnen, weit weniger Anrufe entgegen
genommen. So kann das beim besten Willen nicht weitergehen mit Ihrer
schlampigen Arbeitsweise,“ führte er ohne mit der Wimper zu zucken aus.
Regina
stöhnte innerlich auf und überlegte blitzschnell ob sie sich dazu
äußern sollte. „Dieser Mann gestern, von dem Sie reden, hat mir obszöne
Worte ins Ohr geflüstert. Das muss ich mir nicht gefallen lassen. Ihre
weitere Kritik an meiner Arbeit hingegen ist nicht fair,“ wand sie
erbost ein. Das gibt es doch gar nicht, dachte sie wütend.
„Ich kann nur einen Anrufer nach dem anderen entgegen nehmen.
Schließlich haben Sie soeben verlangt, dass wir freundlich sein müssen.
Es geht nun mal nicht, aus Mangel an Zeit, den Kunden das Wort
abzuschneiden und aufzulegen“, antwortete sie ohne Punkt und Komma,
damit er keine Gelegenheit hatte, sie zu unterbrechen. Dennoch ließ er
sich nicht beirren.
„Um
eine Ausrede sind Sie wohl nie verlegen!“ schrie er. „Wie dem auch sei,
ich fordere Sie auf, keine Kunden mehr zu beschimpfen, egal, was die
sagen. Haben wir uns verstanden?“ Er schaute abwartend durch sie
hindurch.
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