Schwester
Lena - Der Engel vom ReblandVater,
was habe ich getan, dass du mich nicht lieben kannst?

Romanreihe (Romanheft)
Die
Diakonissin Schwester Lena arbeitet als Gemeindeschwester im badischen
Rebland. Lena ist eine Schwester, die sich energisch einmischt um den
Menschen helfen zu können, und sie scheut sich nicht, laute und
deutliche Hilfe von „Oben“ einzufordern, wenn sie gerade mal
nicht weiter weiß.
Exposé
Schwester
Lena Teil 1
Titel: Vater, was
habe ich getan, dass du mich nicht lieben kannst? (von
Barbara-Herrmann)
In
dieser Geschichte muss sich Schwester Lena um zwei Familien
kümmern.
Da
ist zunächst die Familie Dittert. Vater Georg hat seine Arbeit verloren
und Mutter Christina liegt schwer krank in der Klinik. Die beiden haben
fünf Kinder, wobei Sohn Thomas sein Studium unterbrechen muss und als
Hilfsarbeiter in der Weinkellerei Schöne versucht, die Familie
ersatzweise zu ernähren. Schwester Lena hat alle Hände voll zu tun, der
Familie Mut zuzusprechen, das Arbeitsamt zur Auszahlung des Geldes zu
drängen, eine neue Arbeit für Georg zu suchen und Lebensmittel zu
organisieren.
Dann
geht es um die Familie Schöne. Frank hatte vor mehr als zwanzig Jahren
von den Eltern die Weinkellerei und die Ländereien geerbt. Der Preis
für dieses Erbe war sehr hoch. Er musste sich einem Vertrag
des Vaters beugen und auf seine große Liebe Christa verzichten, um dann
Isabell, die Tochter des Geldgebers zu heiraten, damit die Firma
gerettet werden konnte. Das hat er nie verwunden, zumal dieser Vertrag
ihn zum Stillhalten zwang, da er bei einer Scheidung zwei Millionen an
seine Frau zurückzahlen müsste. Er ertränkt seinen seelischen Kummer im
Alkohol und terrorisiert in diesem Zustand seine Frau und seine Tochter
Britta. Nach dem Abitur widersetzte sich seine Tochter und beginnt
gegen seinen Willen eine Ausbildung zur Krankenschwester. Beim
Verlassen des väterlichen Betriebes stößt sie mit dem Hilfsarbeiter
Thomas Dittert zusammen und beide sind auf Anhieb sehr von einander
beeindruckt. Schneller als sie denken, sehen sie sich im Krankenzimmer
von Mutter Christina wieder und verliebten sich ineinander.
Frank
Schöne schikaniert seine Frau weiter und Britta ermutigt ihre Mutter,
im Büro des Vaters nach Unterlagen zu suchen, die ihr helfen könnten
eigenes Geld zu beanspruchen. Während eines Treffens von Britta und
Thomas, werden sie unerwartet von Frank erwischt, der den jungen Mann
sofort entlässt. Seine Tochter hingegen stellt sich mutig gegen ihn.
Aufgrund der Erzählungen von Thomas, der Schwester Lena wegen ihrer
Hilfe lobte, bittet Britta um einen Termin bei der Diakonissin. Sie
will versuchen, von außen Hilfe und Unterstützung zu bekommen, da ihre
Mutter bei einer Trennung von ihrem Mann einem Skandal ausgesetzt wäre.
Schwester
Lena
greift ein, vermittelt einen Anwalt, der ihre versteckten Unterlagen
auswertet. Außerdem holt Lena die beiden Frauen zu ihrem eigenen Schutz
aus der Villa und bringt sie im Pfarrhaus unter. Später packt sie den
sturen Frank an seiner Ehre und an seinem Glauben und der gibt
daraufhin auf.
Nach
vielen Schwierigkeiten .........
Leseprobe
„Was arbeitest du eigentlich
noch so spät, Lydia? Du hantierst so hektisch umher, dass es mich
völlig nervös
macht und mich bei meiner Arbeit stört.“
„Entschuldige Lena,
aber ich muss noch Vorbereitungen für die morgige Bastelstunde treffen,
weil
ich’s im Kindergarten nicht mehr geschafft habe. Hab Geduld, ich bin
gleich soweit,“erklärt
Lydia gelassen ihrer Mitbewohnerin.
„Ich brauch nun
mal absolute Ruhe, um meine Krankenberichte zu schreiben. Du weißt
doch, dass
ich mich konzentrieren muss!“, sprach Lena leicht gereizt und
ungehalten
weiter, ohne auf die Erklärung Lydias näher einzugehen.
„Du bist aber
heute empfindlich! Ich muss ja schließlich auch meine Aufgaben
bewältigen. Den
ganzen Tag mit zwanzig Kindern zu arbeiten, braucht eben eine gewisse
Planung
und lässt sich nicht immer im Handumdrehen regeln. Das kennst du doch
inzwischen. Was ist denn blos los mit dir?“
„Mmm, ... ich habe
eben heute eine etwas dünnere Haut. Es war ein schwieriger Tag für
mich. Entschuldige
bitte meine Ungeduld Lydia, aber wenn du mich lässt bin auch ich in
wenigen
Minuten fertig.“ Sie faltete die Hände über ihrem Bauch und ihre Augen
blickten
müde auf die ausgebreiteten Papiere.
Schwester Lena
feierte vor einigen Tagen ihren fünfunddreißigsten Geburtstag. Sie war
Diakonissin und wurde vom Mutterhaus als Gemeindeschwester eingesetzt.
Als
ausgebildete Krankenschwester war sie für die ambulante Pflege
zuständig. Sie
liebte ihren Beruf, die ihr anvertrauten Menschen und sie hatte sich
sehr
gefreut, als vor einigen Jahren ihre Versetzung anstand. Wusste gleich,
dass
sie sich in dieser wunderschönen Landschaft, dem Eingang zum
Schwarzwald, wohl
fühlen würde. Die herrliche Natur entschädigte sie täglich für die
großen Mühen
des Alltags.
Die beiden Schwestern
bewohnten eine gemeinsame kleine Wohnung im Gemeindehaus. Sie lag
direkt gegenüber
dem Pfarrhaus, sodass die Gemeindearbeit mit der Pfarrei schnell und
zügig abgestimmt
werden konnte. Das galt im Besonderen für die gemeinsamen Aufgaben, die
Versorgung der Alten und Kranken.
Schwester Lydia
war auch Diakonissin, vierunddreißig Jahre und von rundlicher Statur.
Sie hatte
das etwas fröhlichere und leichtere Gemüt und diese Eigenschaften
halfen ihr
sehr, bei ihrer Arbeit mit den Kindern. Sie leitete nämlich den
Kindergarten.
Die beiden Schwestern teilten sich die Aufgaben ihres Heimes, wobei
Lydia für
die Einkäufe und Zubereitung der Mahlzeiten zuständig war und Lena für
die
Wäsche, die Reinigung der Wohnung und die notwendige Verwaltung mit dem
Mutterhaus.
„So! Ich bin
fertig! Alle Berichte erledigt,“ sagte Lena, legte die Akten in den
Schrank, setzte
sich in den großen Ohrensessel und streckte ihre müden Glieder aus.
„Sehr schön, dann
komm jetzt zu Tisch. Ich habe gerade das Abendbrot aufgetragen und mein
Hunger
ist riesengroß“, rief Lydia aus der Küche, wo sie gerade letzte Hand
anlegte.
„Ja gern.“ Lena
freute sich auf das abendliche Essen, die Gemütlichkeit und Ruhe ihrer
kleinen
Wohnung. So konnte sie besser abschalten und die durchaus düsteren
Gedanken abschütteln,
die sich im Laufe des Tages angesammelt hatten.
Sie aßen
schweigsam. Jede für sich war in ihre Gedanken versunken, beschäftigt
mit dem,
was sie heute bewegt hatte.
„Es ist nicht zu
glauben“, murmelte Lydia nach einer Weile vor sich hin. Dabei
schüttelte sie
heftig den Kopf und griff nach der letzten Schnitte Brot, die auf ihrem
Teller
lag.
„Was meinst du?“,
fragte Lena aufmerksam und interessiert. „War was Schlimmes im
Kindergarten?“
„Nein, nein, nicht
im Kindergarten. Ich habe am Nachmittag beim Bäcker eingekauft und wie
immer um
diese Uhrzeit war auch Anna Burg da, die Haushälterin der Familie
Schöne. Unglaublich
und unfassbar, was die uns erzählt hat.“
Lena horchte auf
und legte ihr Besteck zur Seite. „Das ist doch der Winzer, der das
große
Anwesen auf dem Hügel hat, oder verwechsele ich gerade den Namen?“ Lydia stand auf
und lief zum Fenster. Sie schaute
in die Weite des Horizonts. „Ja, das ist er.“ Sie zögerte kurz, begann
aber doch
zu berichten: „Anna erzählte uns, es sei im Hause Schöne nicht mehr
auszuhalten.
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