Du bisch
net ganz dicht

Projekt: Du
bisch net ganz dicht
(Roman
von Barbara Herrmann)
Badischer
Mundartroman. Humorvolle Geschichte aus den späten 50-zigern und frühen
60-zigern.
Textauszug:
Mit Karacho fuhr Lukas
Ockert mit
seinem Pferdefuhrwerk vor das Haus seiner Eltern.
Wutentbrannt
drehte er rechts am Wagen mit der Handkurbel die Bremse fest und sprang
in einem Satz vom Wagen runter. Ohne nach links und rechts zu
sehen rannte er ins Haus und ließ sich auf die Eckbank in der Küche
fallen.
„So
eine Scheiße, i' glab ih spinn. Was bild dann der sich aigentlich eih.
Des kann der mit mir net mache. I’ bin doch net dem sein Depp“, redete
er sich in Rage. Sein Gesicht war krebsrot und seine Augen traten
blitzend hervor. Er sah aus wie ein wildes Tier, das man bis auf’s
Messer gereizt hatte, und hatte äußerlich nichts mehr gemein mit dem
netten jungen Mann, der immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hat.
Er ist groß gewachsen, hatte auffallend blonde, ja leuchtende Haare,
die modisch geschnitten sind. Seine Augen blitzen tiefblau, seine
perfekte Nase und sein sinnlicher Mund vervollständigen sein perfektes
Aussehen.
„Was
ischen mit dir los? Bisch du newer de Kapp dehoim?“, fragte Margret
ihren Sohn mit einem Kopfschütteln. „So schlimm kann gar nix sei, dass
me so durchdrehe muss.“
„Ach,
des verstesch du net. Du hasch koi Ahnung mehr, was sich abspielt. Du
hasch’s gut. Du bisch dehoim und kannsch de dein Dag eidaile!“, rief er
immer noch aufgelöst.
Margret
setzte sich zu ihm an den Küchentisch. Sie hatte das Gefühl ihn jetzt
trösten zu müssen, was gar nicht leicht war, bei seiner Aufgeregtheit.
Sie verstand nicht und strich ihm beruhigend über den Arm. „Jetzt sag
schon? Was isch los?“, drängte sie ihn und ermunterte ihn mit einem
Lächeln......
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