Autorin Barbara-Herrmann 







Der Traum Ihres Lebens

Moderner Liebesroman der Gegenwart
(Roman von Barbara Herrmann)

Romanheft


Sie kämpft um ihren Traum, um ihr kleines Pralinengeschäft.


Exposé

Durch eine kleine Erbschaft kann sich Juliane Baumann einen großen Traum erfüllen. Sie kündigt bei ihrem Arbeitgeber und richtet sich mit der Hilfe ihrer Freundin Andrea einen kleinen Laden in Freiburg ein. In der dazugehörigen Küche fertigt sie Pralinen, Schokoladenträume, eingelegte Früchte und … und …

Schnell wird sie nach der anfänglichen Begeisterung auf den Boden der Realität zurückgeholt, denn bei allen Selbstständigen türmen sich diverse Probleme, wie mangelnder Kundenzuspruch, Ängste, Geldnot und andere Stolpersteine. Auch ihr Freund Bodo, der ihr keinen beruflichen Erfolg zutraut, unterstützt sie nicht. In ihrem Übereifer erleidet sie eines Nachts einen Zusammenbruch, sodass ihre Freundin einschreiten muss. Sie hilft ihr mit Ideen und suchte ihr zusätzliches Personal. Aber nur scheinbar, bekommt sie ihre Probleme in den Griff, ahnt nicht, dass es natürlich nicht alles war, was sich ihr in den Weg stellte.

Zwei Häuser weiter kauft sich der Inhaber der „Erlenwein – Cafés“ ein ehemaliges Kaufhaus und lässt es restaurieren. Nicht nur, dass Juliane in unmittelbarer Nähe einen großen Konkurrenten bekommt von dem sie noch nichts weiß, nein, auch seine Großbaustelle vermasselt ihr das Geschäft. Außerdem versucht er mehrmals an ihre Rezepte ranzukommen, was sie in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Sie erlebt immer wieder kleine Stolperer und Aussetzer, die ein Minibetrieb nur schwer verkraften kann, weil einfach keine Rücklagen vorhanden sind.

David Erlenwein ist erst vor kurzem nach Freiburg umgezogen. Seine Frau hat ihm zuvor eine Nachricht hinterlassen und ist mit den beiden Kindern verschwunden. Mittlerweile kümmert sich aber ein Detektiv um seine Familie und er weiß, dass bald ein Kampf um das Sorgerecht geführt werden muss. Seine Schwester Charlotte steht ihm dabei hilfreich zur Seite. Er erzählt ihr, dass er möglichweise eine Produktionsstätte einrichten will, um die Köstlichkeiten Julianes, die er zufällig entdeckte, für seine 30 Cafés nachmachen zu lassen. Charlotte droht ihm, sich finanziell auf die Seite Julianes zu stellen. Sie will nicht, dass er grundlos eine kleine Existenz vernichtet. David ist sprachlos, als ihn seine Schwester unter Druck setzt. Bei einer Tasse Kaffee bietet er Juliane eine mögliche Zusammenarbeit an, aber just zum Zeitpunkt dieses Gespräches werden sie unterbrochen, denn er bekommt einen Anruf seines Detektiven, der ihn unterrichtet, dass seine Kinder in Not sind. David muss sich verabschieden.

Juliane trifft ein erneuter Keulenschlag. Bei einer Überprüfung erfährt sie, dass sie für ihre Mitarbeiterinnen Sozialräume und extra Toiletten einrichten muss. Da sie aber über keinen weiteren Platz verfügt, ist sie gezwungen, mit ihrem Geschäft umzuziehen. Aus eigener Kraft kann sie das nicht bewältigen und die Bank lehnt einen neuen Kredit ab. Juliane sieht sich unwiderruflich am Ende.

Als sie sich mit David wegen der möglichen Zusammenarbeit trifft, versucht sie ihm ihre Rezepte zu verkaufen und erklärt ihm ihre Problematik. David hat inzwischen in der oberen Etage seines neuen Geschäftshauses eine Produktion geplant und bietet Juliane diese für eine erträgliche Miete an, gibt ihr natürlich auch den Auftrag seine Cafés zu beliefern.

Unbemerkt haben sich die beiden im Verlauf ihrer Zusammenarbeit ineinander verliebt.




Leseprobe

Juliane Baumann saß gerade am Frühstückstisch, als das Telefon klingelte. Sie verdrehte die Augen und stieß die Luft aus. Nicht einmal am frühen Morgen lässt man mich Ruhe, dachte sie, stand auf, musste nachsehen wo sie das Telefon abgelegt hatte und griff unwillig zum Hörer. „Ja, bitte?“

„Hier ist Ines. Mir geht es heute gar nicht gut. Ich habe Kreislaufbeschwerden und kann deshalb nicht zur Arbeit kommen“, erklärte diese und fügte wenige bedauernde Worte hinzu. Für Juliane klangen diese aber nicht sehr überzeugend.

Sie glaubte ihr daher nicht, und reagierte äußerst unfreundlich. „Wenn Sie meinen! Schicken Sie mir umgehend ein ärztliches Attest“, schnaubte sie ihre Angestellte an und legte ohne Gruß den Hörer in die Gabel. Ich muss mir eine neue Kraft suchen, eine, auf die ich mich verlassen kann, befand sie nüchtern. Hektisch blickte sie zur Uhr und stellte mit Entsetzen fest, dass sie sich jetzt schleunigst auf den Weg machen musste, wenn der Laden pünktlich geöffnet werden sollte. Wieder einmal hatte sie ihre Verkäuferin im Stich gelassen und wie immer so knapp vor Beginn der Arbeitszeit, dass sie keine Chance hatte für Ersatz zu sorgen. Jetzt war es vorbei mit dem schönen Kaffee, den sie eigentlich noch genießen wollte bevor sie heute ein Mammutprogramm durchziehen musste. Sie stellte die Tasse in den Ausguss und schaltete die Kaffeemaschine und das Radio aus. Am Garderobenhaken im Flur griff sie nach ihrer Jacke und schnappte sich die Handtasche, die auf dem kleinen Eichentisch stand. Mit schnellen Schritten verließ sie ihre Wohnung. Ihr Auto hatte sie in der Tiefgarage geparkt, die sie bequem mit dem Fahrstuhl erreichte.
Natürlich war gerade jetzt viel Berufsverkehr. Wie konnte es auch anders sein, wenn gerade sie es ganz besonders eilig hatte. Ungeduldig stand sie in dem zäh fließenden Verkehr, der immer wieder an den Ampeln zum Stillstand kam. Sie überlegte krampfhaft, wie der Tag heute bewältigt werden konnte. Juliane hatte das Gefühl, einen Berg erklimmen zu müssen, von dem sie wusste, dass es unmöglich war. Die Gedanken jagten ihr durch den Kopf und lösten jetzt schon ein Gefühl des Stresses aus, bevor sie in ihren Geschäftsräumen eingetroffen war. Ich habe einfach keine Lust und keine Kraft mehr, diese täglichen Kämpfe um die Existenz auszufechten, redete sie sich ein. Aber, was wäre die Alternative? Sollte sie aufgeben und sich eine Arbeit als Angestellte suchen? Schön war die Vorstellung eigentlich nicht. Einfach täglich ein Büro ansteuern, die Stunden abarbeiten und pünktlich nach Hause gehen. Das hatte sie schon mal. Der einzige Vorteil wäre, dass sie sich keine Sorgen um Umsatz, Personal, Kosten, Steuern und was nicht alles machen müsste. Tief holte Juliane Luft und versuchte, die düsteren Gedanken zu vertreiben. Das Handy klingelte sie aus ihren Grübeleien. Nachdem sie sich den Kopfhörer der Freisprechanlage ins Ohr gestöpselt hatte, drückte sie mit wenig Lust zum Sprechen die Taste, um den Anruf entgegenzunehmen.
„Guten Morgen meine Liebe. Ich hoffe, du hast gut geschlafen?“, meldete sich ihr Freund Bodo gut gelaunt. „Ich wollte dich nur an heute Abend erinnern, an die Einladung bei meinen Freunden. Du denkst doch dran, dass wir so gegen acht Uhr da sein müssen?“, fragte er völlig aufgeräumt und lachend.
„Bodo du hast vielleicht Nerven! Ich bin in Eile, meine Verkäuferin ist ausgefallen. Außerdem habe ich noch Aufträge und Termine zu erledigen. Von Problemlösungen ganz zu schweigen. Mich interessiert im Moment nicht, was am Abend sein wird. Also! Es ist gar nicht sicher, ob ich dich zu deiner Party begleiten kann. Das musst du verstehen.“
„Das meinst du jetzt aber nicht ernst? Du hast es mir versprochen, dass unser Privatleben nicht unter deiner Arbeit leiden wird“, rief er in aggressivem Ton durch den Hörer.
Juliane war kurz davor zu explodieren. Was für ein Egoist. Er scherte sich keinen Pfifferling um ihre Sorgen. Das Leben bestand für ihn nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus einer ausgeprägten Freizeitgestaltung. Er achtete lediglich darauf, dass sein Geld reichte, um sozusagen über die Runden zu kommen. Sie kannte seine Einstellung, wusste, dass er in seinem Innersten ihren Beruf nicht würdigte. Er glaubte nicht an ihren Erfolg und begegnete deshalb ihrer Arbeit mit Desinteresse.
„Ich habe dir immer gesagt, du sollst die Finger von der Selbstständigkeit lassen. Was du da machst, kann nicht gut gehen, zumal du viel zu wenig Kapital hast. Es wird nicht mehr lange dauern, dann musst du Konkurs anmelden. Du hättest auf mich hören sollen. Ich hatte dich gebeten, eine bessere, einfache Bürotätigkeit anzunehmen, als du in deinem alten Büro nicht mehr zufrieden warst. Das ist und bleibt meine Meinung.“

„Scher dich zum Teufel!“, schnaubte sie ihn an und legte einfach auf. Ihre Aufmerksamkeit lenkte sie jetzt wieder auf den Verkehr, der aber immer noch mehr stockte, als sich vorwärts bewegte. Also musste sie weiterhin viel Geduld haben.

Mit Bodo war sie seit zwei Jahren zusammen.
Am Anfang ihrer Beziehung fand sie seine
  Leichtigkeit ansteckend. Es tat ihr gut, dass er allen Problemen eine positive Seite abgewinnen
 konnte. Jedes Mal, wenn sie deprimiert von der Arbeit kam, lachte er und lud sie zu einem Abendessen ein, um ihre negativen Gedanken zu vertreiben. Inzwischen hatte sie Bedenken........





Autorin Barbara Herrmann