Autorin Barbara-Herrmann 







Das Sägewerk im Holzbachtal


   



Projekt : Das Sägewerk im Holzbachtal
             Heimatgeschichte - Romanheft



Textauszug:

Langsam fuhr Peter Burger mit seinem Wagen die letzten Kilometer über die Gebirgsstraße ins Tal. Sein Blick schweifte zu den imponierenden, ja majestätischen Gipfeln, die ihn heute nach seiner langen Abwesenheit besonders beeindruckten.
Dabei sah er, dass sich die Felsen wie eh und je stolz in den Himmel reckten. In einer Einbuchtung hielt er spontan an, stellte den Motor ab und stieg aus. Peter atmete die würzige und klare Bergluft tief ein und tastete die Landschaft, die seine Heimat war, liebevoll mit den Augen ab. Auf halber Höhe gegenüber im Berg, wo sich satte Wiesen in der Sonne hervorhoben, stand die Almhütte vom Bauer Kunz, dessen Kühe friedlich weideten und unten im Tal schmiegten sich die Häuser eng aneinander. Nur der Kirchturm ragte mit seinem goldenen Kreuz in der Mitte hervor. Links weiter oben am Waldesrand sah er das herrschaftliche Elternhaus, gleich neben dem beeindruckenden Sägewerk, das auch seiner Familie gehörte. Er war stolz auf das imposante Erbe, setzte sich in freudiger Erregung  in sein Auto und fuhr das letzte Stück nach Hause. Es tat gut die Familie wieder zu sehen.

„Der Peter kommt, der Peter kommt!“, rief Leni, die zufällig aus dem Küchenfenster schaute. Schnell rannte sie raus und direkt in die weit ausgestreckten Arme ihres Bruders.

„Langsam, langsam, liebe Schwester, du rennst mich ja um“, begrüßte er sie lachend. Er fing sie auf, hob sie hoch und drehte sie im Kreis, dass ihr beinahe schwindelig wurde.

„Ach, ich hab dich soooo … vermisst, Peter!“, rief sie.

„Ist ja gut, jetzt bin ich ja wieder da", antwortete er mit einem Augenzwinkern. Er schob sie leicht von sich, um sie besser anschauen zu können. „Du bist eine wunderschöne Frau geworden und hast so gar nichts mehr von dem Mädchen, das du warst, als ich vor fast fünf Jahren gegangen bin.“

„Na, was glaubsch du denn? Ich bin doch schon zwanzig Jahre alt, da isch nix mehr übrig vom kleine Schulkind.“






Autorin Barbara Herrmann